Perfekt für Amateure bei gutem Preis/Leistungs-Verhältnis, aber leider nix für Profis

Ich habe das Objektiv schon seit gut zweieinhalb Jahren im Einsatz und war eigentlich relativ zufrieden, zumindest bis es kaputt gegangen ist. Der Autofokus ist schnell und die Abbildungsleistung und Vignettierung sind auch in Ordnung, kommt aber natürlich nicht ganz an die Profi-Nikkore (24-70 2.8 etc., oder auch Festbrennweiten wie das 50mm 1.4/1.8) heran.
Die mangelnde Lichtstärke kann man dem Teil in dieser Preisregion zwar schlecht ankreiden; Beim Kauf sollte man sich aber gut überlegen, ob das den Preisvorteil wirklich rechtfertigt. Ich persönlich habe mir geschworen, kein lichtschwächeres Objektiv als 2.8 mehr zu kaufen, zumindest nicht für den täglichen Einsatz.
Die Verarbeitungsqualität ist für ein Objektiv dieser Klasse im Rahmen bis relativ gut (besser als z.B. bei Sigma oder ähnlichen Fabrikaten, von denen ich nur abraten kann) und sollte für Amateure und Semiprofis eigentlich keine Probleme machen. Es fühlt sich auch durchaus solide an. Ich hatte das Objektiv allerdings für die Zielgruppenverhältinsse extrem viel im Einsatz (bislang für mehr als 18 000 Fotos) und habe vor kurzem leider die Quittung bekommen. Der Fronttubus wackelt leicht, wenn auch nur minimal (was vielleicht vom häufigen auf- und abschrauben der Streulichtblende zum Transport kommen könnte), was aber ein häufiges Problem bei diesem Objektiv zu sein scheint. Der Autofokus im Weitwinkelbereich funktioniert plötzlich gar nicht mehr (der Mensch von Nikon hat dieses Problem ebenfalls schon gekannt, ich musste nicht mal zu ende erklären) so dass man hineinzoomen, fokussieren, und dann wieder herauszoomen muss. Kürzlich hat sich jetzt auch noch der Zoomring irgendwie verhakt und lässt sich nicht mehr vernünftig bewegen. Darüberhinaus löst sich langsam auch die Gummierung am Fokusring. Ich werde das Ding wohl in nächster Zeit zum reparieren geben lassen müssen.
Ein weiterer Nachteil des Produkts ist, dass es sich um ein DX-Objektiv handelt. Das bedeutet zwar, dass das Objektive ein bisschen leichter und günstiger ist als ein Vollvormat-Äquivalent, aber auf Filmkameras wie der F5, F6, F100 etc. oder den neueren Vollformatkameras wie der D3 oder der D700 nicht verwendbar ist (außer man nimmt eine ziemlich extreme Vignettierung in kauf). Wer aber nur eine einzige Kamera mit APS-C-Sensort hat (z.B. eine D80), der kann sich über das niedrige Gewicht und den günstigen Preis freuen.
Alles in allem würde ich das Objektiv Amateuren bis Semiprofis empfehlen, die ein günstiges Objektiv für ihre digitale Spiegelreflexkamera suchen. Wer seine Kameras aber täglich im Einsatz hat und perfektische optische Leistung und Verwendbarkeit mit allen Nikon-Kameras seit 1950 verlangt, sowie einen Blendenring, um sein Objektiv z.B. mit einem Umkehrring verwenden zu können, sollte lieber zu einem professionellen Nikkor greifen (das bereits erwähnte 24-70 2.8 oder auch das 17-35 2.8 seien hier erwähnt). Für Hochzeits- und Eventfotografen könnte das 18-70er aber durchaus als günstiges Backup-Objektiv für den Notfall interessant sein. Solange es nicht kaputt ist, leistet es sehr gute Dienste.
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